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It's all about music


Liebe zu Instrumenten

Ich habe immer schon Klaviermusik geliebt. Ich habe Freunden und Bekannten gelauscht und es hat mein Herz in eine andere Welt getragen. Stundenlang konnte ich einfach nur dasitzen und lauschen. Leider habe ich nie wirklich Klavierunterricht bekommen können. Aber in meinem letzten Zuhause, hatten wir das Klavier der Vermieterin zur Verfügung und ich habe mir selbst einiges beigebracht. Denn Notenlesen kann ich.
Allerdings hatte ich immer damit zu kämpfen, dass die Hände je etwas anderes spielen mussten. Also die rechte Hand ging ganz gut, aber die linke wollte oft nicht so wie ich. Dabei bin ich Linkshänder.

2010 haben wir über eBay ein Klavier gekauft. Ein langer Wunsch - aber immer fehlte das nötige Kleingeld.
Das Klavier war nicht perfekt, aber für mich hat es gereicht.
Und umso mehr ich am Klavier saß, umso mehr wollten auch die Kinder Klavier spielen lernen.


Ich habe viele Familien beobachtet, in denen Kinder Instrumente gelernt haben - mit unterschiedlichem Erfolg.
Eins war klar: Die Kinder brauchen regelmäßige Motivation zum Üben, allerdings keinen Zwang. Ich habe mehrfach erlebt, wie Zwang ins Gegenteil umschlug und das Instrument nie wieder angerührt wurde, trotz jahrelangen Unterrichts.

Der Unterricht geht los
Im September 2011 starteten wir mit der ersten Klavierstunde. Später kamen Flöte und Cello dazu. Und dann noch später Geige und Gitarre und auch wieder Flöte - die scheint mich zu verfolgen. Zu gerne hätte ich als Kind Altflöte gespielt - ist nur leider auch nicht möglich gewesen.



Merke 1 - Instrument: 

Talent ist toll, aber auch der Aufwand den ein Instrument macht, kann Einfluss aufs Üben nehmen. Cello blieb also nicht lange, nach einem Jahr war zu meinem Bedauern Feierabend. Trotz Talent fürs Cello, muss das Cello jedes Mal ausgepackt und eingestellt werden. Das und Faulheit, eh ich meine natürlich Bequemlichkeit... ist keine gute Kombi.
Die Flöte blieb, Klavier ebenfalls. Mit der Zeit wurde ein anderes besseres Klavier angeschafft, da sich herausstellte, dass sich unser Ebayfang nicht so wirklich stimmen ließ.
Wenn natürlich genug Motivation und Ehrgeiz vorhanden sind, stellt ein aufwendiges Instrument nicht unbedingt ein Hindernis dar. Wichtig sind auch Überlegungen, über den Weg zum Musikunterricht. Nicht jedes Instrument kann auf dem Fahrrad transportiert werden. Und überhaupt, haben wir Zuhause Raum und Platz für ein Instrument? Und zuletzt bleibt die Frage der Lautstärke eines Instruments und der Wohnungebung - man will sich ja auch nicht unbeliebt machen. 2 Sachen fielen bei uns raus. Trompete - ist mir viel zu laut - und Schlagzeug. Das braucht ebenfalls viel Platz und ich würde es wirklich nicht gerne gegen das Klavier austauschen.... auf kurz oder lang gibt es hier allerdings zwei Jungs die nur allzu gerne Schlagzeug spielen würden.... gegen die Lautstärke hilft es hier angeblich die Trommeln zu dämpfen - Kleidung, Decken und Co, so wurde mir empfohlen. 
Merke 2 - Unterricht: 
Erstens Geschwister gemeinsam in eine Klasse zu stecken, erwies sich bei uns als nicht erfolgreich.
Zweitens bedeutet Unterricht auch Noten lernen und nicht "nach Gefühl klimpern", auch dann nicht, wenn das Gefühl sehr talentiert ist....
Drittens sind einige Lehrer gewöhnungsbedürftig.
Von einer der Lehrerinnen und ihren Methoden war ich zunächst sehr geschockt und es bedurfte einiger Gespräche und auch eine Zeit der Beobachtung, so dass ich sie über die Jahre sehr zu schätzen lernte.
So machte sie mich unter anderem darauf aufmerksam, dass Nr. 3 ziemliche Schwierigkeiten mit der Feinmotorik hätte und gab mir Tipps, die ihr halfen.

Merke 3 - Tage der offenen Tür:
Tage der offenen Tür sind sehr gefährlich - denn die Kinder dürfen alles ausprobieren, nachdem zunächst verschiedene Instrumente mit Begeisterung von Schülern vorgestellt wurden - auch ich bin immer wieder fasziniert, was für fantastische Musik schon jüngste Schüler machen können - möchte man am liebsten selber mindestens 3 Instrumente lernen... Motivation pur - nur der Alltag sieht dann leider etwas anders aus, wenn es dann ans Üben geht.
Sie können aber dennoch auch sehr hilfreich sein, wenn es um die Wahl des passenden Instruments geht.
Merke 4 - Üben:
Das mit dem Üben ist so eine Sache vor den Ferien noch super, danach totale Flaute. So haben wir seit Jahren Höhen und Tiefen.
Mir war es immer wichtig, die Kinder nicht zum Üben zu zwingen, allerdings gab es Fernsehen oder Konsole erst nach dem Üben. Insgesamt ist Nr. 1 diejenige, die am konsequentesten und mit der meisten Begeisterung übt, sich auch schon selbstständig Lieder beigebracht hat. Sie öffnet mir jedes Mal das Herz, wenn sie spielt und füllt meinen Seelentank wieder auf.

Merke 5 - Motivation:
Vorspiele und zu lernende Stücke können sich sehr auf die Motivation auswirken.
Im Laufe der Zeit habe ich bereits die ein oder andere Kündigung geschrieben - aber nicht abgegeben. Plötzlich war sie doch wieder da, die Motivation. Oft hängt sie auch mit dem Interesse am jeweils zu übenden Lied zusammen. Wen wundert's? Mich nicht.
Auch Klavierunterricht im privaten Zuhause der Lehrer hat ihre Tücken. Für Nr. 2 brachte das zu viel Ablenkung mit sich und seine Motivation ging immer weiter in den Keller. Üben? Fehlanzeige. Ein letzter Versuch mit Unterricht beim Musikschulleiter brachte ebenfalls die Erkenntnis, dass man zwar sehr talentiert sein kann, aber die Konzentration oft nicht lange andauert, insbesondere dort wo es anstrengend wird. so ist das mit Kindern, die mit Talenten gesegnet sind... ohne Motivation ist das beste Talent sinnfrei.

Freude und nicht Spaß ist das, was zählt
Wichtig ist mir vor allem, dass die Kinder Freude am musizieren haben und Freude ist nicht mit Spaß gleichzusetzen. Freude ist viel tiefer und rührt daher, dass man Anstrengungen erbracht und Ziele erreicht hat. Wenn man ewig an einer Notenzeile gearbeitet, gekämpft, ja literweise Schweiß vergossen hat und es dann endlich hinbekommt - ja, dann ist da plötzlich diese tiefe Freude, dass man es geschafft hat. Freude, dass man doch nicht aufgegeben hat, obwohl man oft kurz davor stand.
Allerdings ist es oft Spaß an einem Instrument, der dazu führt, dass man es gerne richtig lernen würde, bis man merkt, dass der Spaß wohl überbewertet worden ist.

Vorteile durch Instrumentalunterricht
Durchhaltevermögen und Resilienz entstehen, aus der Tatsache, nicht aufzugeben und wirken sich auch auf andere Lebensbereiche aus.
Darüber hinaus wird das Gehirn stärker aktiviert, insbesondere wenn beide Hände voneinander abweichende Bewegungen ausführen.
Auch das schulische Leistungsverhalten profitiert. Bessere Noten und auch die Konzentrationsfähigkeit wird trainiert.
Insgesamt halte ich musikalische Förderung für sehr förderlich und lohnenswert, selbst wenn es im Alltag oft mit Frust und Verzweiflung verbunden sein kann.
Jedes Vorspiel, Konzert oder manchmal auch nur ein erfolgreiches Üben Zuhause bestätigen, dass man die richtige Entscheidung getroffen hat. Und manchmal, ja da dauert es eben, bis man für sich das passende Instrument gefunden hat. Wichtig ist, dass man durchhält, dass man Vereinbarungen trifft. Denn wenn man immer gleich aufgibt, was möchte man dann einmal erreichen, die Erkenntnis "Dann gebe ich halt (wieder) auf." Nein, dass will man ganz bestimmt nicht. Ich jedenfalls nicht. Manchmal reicht es auch den Lehrer zu wechseln. Achtsamkeit ist gefragt! Aufs Bauchgefühl vertrauen. Und sinnvolle Freizeitgestaltung ist es allemal. Das muss ja nicht bedeuten, dass man die Kinder von einem Termin zum nächsten kutschiert. Theoretisch können die Kinder auch selbstständig fahren, je nach Instrument.
Wie sind eure Erfahrungen mit Musikschule, Instrumentalunterricht und Übungsmethoden? Irgendwelche Tipps für eine Mama zahlreicher Kinder und voraussichtlich noch Jahre andauerndem Musikunterricht? Ich freue mich sehr über eure Kommentare!

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