Direkt zum Hauptbereich

Kann man Sorgen Sorgen sein lassen?

 Verfolgen uns die Sorgen eigentlich, weil sie uns so sehr lieben?
Oder verhält es sich genau andersherum und die Sorgen verharren deswegen so gerne bei uns? 
 
Ich finde, es lohnt sich sehr darüber nachzudenken. 
Brauche ich Sorgen? Wäre mein Leben sonst zu langweilig? Also ich für meinen Teil will defintiv kein ruhiges Leben, auch wenn die Sorgen manchmal überhand nehmen. 
 
Dennoch gibt es in meinem Leben zahlreiche unnötige Sorgen, die sich manchmal nicht abschalten lassen. Momentan mache ich mir z.B. Sorgen darum, wie teuer die Autoreparatur wohl wird, aber ich habe null Einfluss darauf und muss warten, bis sich die Werkstatt meldet. Das ist ermüdent bis strapaziös, je nach Finanzlage. Unabhängig davon, müssen wir manches so nehmen, wie es kommt und eben das Beste daraus machen. Und das ist leichter gesagt, als getan. Ein Spruch der mich nachdenklich gemacht hat, lautet:
"Sich Sorgen zu machen, bedeutet Zinsen zu zahlen, für Schulden die man vermutlich niemals macht."
Und auch wenn es Sorgen gibt, die man nicht mal eben loswird, weil sie irgendwo ganz tief mit uns verbunden sind - ja, dass Unterbewusstsein ist manchmal wirklich fies - macht es Sinn, nach Möglichkeiten zu suchen, nach Strategien um Lösungen für meine Sorgen zu finden oder aber um sie wenigstens vorübergehend zu vergessen.  Manchmal hilft nämlich genau das am Besten - Sorgen einfach vergessen, wenn auch nur eine zeitlang.
 
Folgende Strategien nutze ich im Alltag gerne, wenn mir die Sorgen über den Kopf wachsen:
 
1.
Shoppen
Ich weiß zwar nicht warum, aber es hilft wenn auch nur vorübergehend. Ihr kennt das bestimmt!?!
 
2.
Etwas für andere tun 
Das hilft mir oft am meisten und zwar langfristig! Denn 1. sitzen die anderen oft im selben Boot und geteiltes Leid ist halbes Leid. 2. sind die Probleme der anderen augenscheinlich meist schlimmer als meine eigenen. Dadurch erscheinen mir meine Sorgen dann teilweise als überflüssig. Das liegt vermutlich daran, dass jeder sein eigenes individuelles Päckchen mit Sorgen und Prüfungen hat, für die er oder sie aber auch die benötigten Eigenschaften und Fähigkeiten mitbringt. Und das, was jemand bei mir als ganz schlimm empfindet, habe ich für mich vielleicht schon zu Hälfte gelöst. 3. Bekommen wir, wenn wir für andere da sind ganz unverhofft Trost und Mitgefühl. 
 
3.
Abstand 
Abstand ist ebenfalls sehr hilfreich, denn

Und da ist wirklich etwas wahres dran. Ich muss in diesem Zusammenhang auch immer an das Lied "Astronaut" von Andreas Bourani und Sido denken.
 
4.
Reisen 
Umso mehr man von der Welt sieht, umso eher stellt man fest, was für Unterschiede aber auch Möglichkeiten es gibt.
Viele Sorgen vergehen dadurch von ganz alleine. Manche Sorgen brauchen einfach nur verschiedene Erfahrungen, um zu vergehen.

5.
Extrematisieren
Diese Strategie hilft mir ganz besonders in Erziehungsfragen und wurde bei mir durch Jan-Uwe Rogge ins Leben gerufen, als ich 3 Kinder unter 3 Jahren hatte. 
Typische Sätze sind ja
- der wird nie trocken 
- wir werden den Schnuller einfach nicht los
- wann schläft sie endlich durch oder zumindest alleine ein
Euch fallen ganz sicher noch mehr Sachen ein 😜.
Das Extrematisieren, ihr ahnt es bestimmt schon, funktioniert folgendermaßen
 
Stellt euch einen 18 Jährigen mit Windel und Schnuller vor. Oder einen Teenager der um 4 Uhr freiwillig aufsteht 😲
 
Damit kann man den kleineren Sorgen zumindest ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. 
 
6. 
Ignoranz   
Ja ich weiß, hin und wieder braucht man dafür ein dickes Fell, aber es lohnt sich! 
Dann ist eben mal nicht gesaugt oder gewischt. Einfach den Staubsauger sichtbar abstellen, wenn der Besuch kommt und laut verkünden: Eigentlich wollte ich das heute machen, aber du warst mir wichtiger,  oder die Kinder oder oder. Und eigentlich stimmt das ja auch 😉
 
Außerdem gibt es ein absolut passendes Video von @woodyandkleiny, das ich hier leider nicht hochladen kann. Werde es für euch aber bei Insta und wenn ihr mögt auch bei Facebook teilen. Ich jedenfalls habe Tränen gelacht.
 
7.
In den Sorgen baden
Manchmal hilft es mir auch, mich den Sorgen hinzugeben, ja regelrecht darin zu ertrinken und wenn ich lange genug darin gebadet hat,  lassen einen die Sorgen am Ende kalt. Man lässt das Wasser mitsamt den Sorgen ablaufen - symbolisch gesprochen.
Aber Achtung das geht nicht mit allen Sorgen und am besten ist man dabei irgendwo zurückgezogen und alleine!
 
8.
Sport
Sich so richtig auf der Piste austoben oder auf der Yogamatte 😥 
Mir hilft das sehr, denn beim Sport habe ich keine Energie übrig um mir zusätzlich noch Sorgen zu machen. Besonders über Dinge die ich eh nicht ändern kann. Probiert es einfach aus.
 
9.
Einem Hobby nachgehen/etwas für sich tun
Wenn ich meine Gedanken ganz gezielt auf etwas lenke, was mir Spaß macht, dann will und brauche ich keine Sorgen an Board.
Ich konzentriere mich ganz aufs Lesen, Backen, Gestalten oder auch umräumen 😍.
Was tut ihr gerne und habt ihr schonmal versucht damit Sorgen zu vertreiben? Erfolgreich?  Manchmal muss man einfach nur wieder daran erinnert werden. 
Zusätzlich zeigt mir das, wie wichtig es ist auch als Mutter etwas für sich zu tun!
 
10.
Kinesiologie
Vielleicht fragt ihr euch, was das mit euren Sorgen zu tun hat? Viel. 
Es gibt 5 Übungen, mit denen wir ganz bestimmte Sorgen minimieren können. 
5 Übungen - 5 Bereiche! 
 
1. Warum trifft es immer mich/uns?
Wenn sich die Sorgen im Kern um diese Frage drehen, hilft es die Thymusdrüse zu klopfen.
Dafür muss man entspannt stehen oder sitzen und die Schultern locker lassen. Nun klopft man mit 4 Fingern oder einer lockeren Faust unterhalb des Schlüsselbeins in der Mitte der Brust, wo die 2. Rippe mit dem Brustbein verbunden ist. (Siehe Foto). Diese Übung aktiviert die Lebensenergie!

Thymusdrüse klopfen
Thymusdrüse klopfen

2. Was würde ich stattdessen gerne tun? 
Bei Sorgen mit diesem Kernthema hilft emotionale Stressreduktion. Auch hier braucht man eine entspannte Haltung. Sodann wird eine Hand flach auf die Stirn gelegt wobei die Stirnhöcker berührt werden und die andre Hand wird gleichzeitig an den Hinterkopf gelegt. (Siehe Foto)
Nun lässt man die Sorgen, wie einen Film vor dem Inneren Auge ablaufen. Nach etwa einer Minute wechselt man die Hände und wiederholt die Übung.
Durch diese Übung werden die kraftvollen mit den bewussten und vernunftvollen Fähigkeiten des Gehirns verbunden. Das verhilft zu mehr Zielsicherheit und der Erkenntnis was man braucht und was man dafür tun muss.  
.
3. Was habe ich falsch gemacht? 
Alle Sorgen, die in diesem Bereich angesiedelt sind, können durch eine ganz einfache Übung angegangen werden,  die ich ziemlich häufig mache 🤔.
Sie heißt Daumen - Zeigefinger - Übung.
Die Hände werden wie auf dem folgenden Bild gelegt:
Daumen - Zeigefinger - Übung
Daumen - Zeigefinger - Übung
Der Daumen wird dann in der Vertiefung 10 mal hin und her gestrichen. Dann die Hände wechseln und die Übung wiederholen.
 Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass die Übung hilft. Sie steigert das Selbstwertgefühl, wodurch Zweifel überwunden und alte Versagensängste losgelassen werden können. Einfach mal ausprobieren!
 
4. Das schaffe ich nicht mehr! 
Bei Sorgen mit diesem Gefühl hilft der Muntermacher. 
Der Muntermacher
Der Muntermacher
Während mit der einen Hand die Muntermacherpunkte massiert werden, liegt die andere Hand sanft auf dem Bauchnabel. 
Nach 30 Sekunden die Hände wechseln. 
Mit dieser Übung weckt man neue Lebenskräfte und der Gleichgewichtssinn wird gestärkt. Unsicherheiten und Ängste werden überwunden. Durch das Ausbalancieren der Körperhälften, kommt man ins Gleichgewicht. 
 
5. Was soll aus meinem Kind werden?
 Sorgen, die sich um Zukunftsängste drehen, können durch eine Gleichgewichtsübung gelöst werden.
Die Gleichgewichtsübung
Die Gleichgewichtsübung
Bei dieser Übung werden Gefühl und Verstand ins Gleichgewicht gebracht.
Man bekommt Lust, Ideen für die Zukunft zu entwickeln und diese zielstrebig umzusetzen.
 
Dazu stellt man sich aufrecht hin (siehe Foto) und hüpft dann etwa 10 mal. Auch hier Seitenwechsel und Übung wiederholen. 
 
Bei dieser Übung gibt es einen Zusatz, wenn die Übung auf einer Seite besonders schwer fiel. 
Das weißt darauf hin, dass man Probleme hat das Gleichgewicht zu halten. Man steht regelrecht in Kreis und kommt nicht voran. 
In diesem Fall hilft es zunächst zehnmal auf beiden Beinen zu hüpfen. Anschließend wieder auf den einzelnen Beinen hüpfen. Wenn es sich dann nich nicht verbessert hat,  die ganze Übung wiederholen. 
 
11. Ab in die Natur und einen klaren Kopf bekommen.
Wenn ich das Gefühl habe, dass gar nichts mehr geht, findet man mich im Wald wieder. Die Natur um mich, komme ich ganz schnell wieder bei mir selbst an. 
Wenn es möglich ist, fahre ich auch gerne ans Meer. Das gleichmäßige Rauschen des Meeres oder aber der Bäume im Wald wirkt unglaublich beruhigend und befreiend und mir kommen gute Ideen oder Lösungen in den Sinn, wo ich vorher den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen habe 🙄.
 
12. Die verborgene Schönheit im Alltag suchen 
Sich ganz auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Zu sehen wie die beiden kleinen miteinander spielen.
 Oder aber diese süße Grimasse, die Jonas gezogen hat, als ich meinen Afterbabyspeckbauch fotografiere 
Wenn Lenya Geige übt und ich mich über ihr musisches Talent freue. Oder Saskia am Klavier spielt und mein Herz sich weit öffnet. 
 
Linus der mich schmust, als wäre ich die ganze Welt für ihn. 
All diese feinen kleinen Dinge im Alltag, die fast immer ganz spontan entstehen. So wie eine kleine Zunge, die schon sooo lang ist. 
😜
Oder Philip der sich überlegt Bundeskanzler zu werden, um Hausaufgaben abzuschaffen. 😂
Das sind die kleinen kostbaren Dinge im Alltag, die unsere Sorgen (zumindest für Augenblicke) in Luft auflösen können. 
 
Es ist eine kleine Kunst, die Augen für das schöne zu öffnen. Aber es lohnt sich in jedem Fall.
Da jeder von uns so individuell ist, wie es Lösungen und Strategien gibt, sind das hier einfach ein paar Ideen oder Anregungen, die mir in meinem Alltag helfen. Vielleicht magst du etwas davon ausprobieren. Möglicherweise kommst du aber auch auf eigene, für dich passende Ideen. 
 
Ich würde mich auf jeden Fall über Kommentare von dir freuen!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wenn die Familie doch noch nicht vollständig ist

Kennt ihr das auch, alles fühlt sich gut, rund und passend an? Ja, hin und wieder erlebe ich das auch und dann kommt da dieses komische Gefühl aus irgendeiner tiefgelegenen Ecke, das dir zuflüstert, dass da noch was ist, noch was wartet. Du schiebst das Gefühl beiseite, denn es ist doch wirklich alles gut so wie es ist. Außerdem ist das bestimmt nur die tickende Uhr, die mal wieder der Meinung ist, dass die Zeit abläuft. Man bringt sie immer wieder zum Schweigen, denn eigentlich ist alles schön so wie es ist.
Aber irgendwann wird das Flüstern so laut, dass man es nicht mehr ignorieren kann und man hört mal genauer hin und macht sich Gedanken, wer denn da plötzlich so laut schreit, um sich bemerkbar zu machen. Viele Gespräche und auch Gebete später wissen wir, dass noch jemand zu uns möchte. Und einer mehr? Das werden wir auch noch schaffen. Allerdings kommen trotzdem auch wieder Zweifel. Alles wieder neu anschaffen, gewonnene Freiheiten wieder opfern - will ich das wirklich? Und was …

Ausnahmezustand - Geburt

Mein erstes Mal
Die Geburt meines ersten Babys kann ich kaum erwarten. Ich weiß immer genau wie viele Wochen und Tage ich schwanger bin.  Als der Mutterschutz beginnt, weiß ich kaum was mit mir anzufangen. Das Kinderzimmer ist bereits eine gefühlte Ewigkeit fertig und alles benötigte vorhanden. Also kugele ich auf dem Pezziball herum, trinke Himbeerblättertee, spiele Crashbandicoot Racing oder gucke "Mein Baby". An Akupunktur traue ich mich nicht heran, denn mein Muttermund ist bereits einige cm geöffnet und trotz der immensen Ungeduld möchte ich dem kleinen Wesen in mir die nötige Zeit zur Reifung geben.
Es geht los
Am 20.08.2003 bemerke ich ab etwa 23.15 Uhr regelmäßige Wehen. Die Schmerzen gehen so Richtung Regelschmerz. So um 1.30 Uhr werde ich unruhig und sage meinem Mann, dass es losgeht. Der macht nur "hm", dreht sich rum und schläft weiter. Ich frage ihn, ob ich mir lieber ein Taxi nehmen soll, dann ist er hellwach. wir bereiten alles vor  und machen uns auf d…

1000 Fragen an mich selbst - Teil 10

1000 Fragen an mich selbst #10
181: Würdest du gerne in eine frühere Zeit versetzt werden?

Vielleicht in die Zeit meiner Kindheit, die Kindheit unserer Kinder hat sich gerade durch die Medien und deren Möglichkeiten massiv verändert! Ansonsten habe ich das Gefühl, dass das jetzt genau die richtige Zeit für mich ist! 

182: Wie egozentrisch bist du? Mal so, mal so. Also wenn ich leide oder starke Schmerzen habe dann sehr und sonst eher weniger.  183: Wie entspannst du dich am liebsten?
Mit einer geführten Meditation oder bei einem guten spannenden Buch.

184: Fühlst du dich manchmal ausgeschlossen?

Sogar sehr oft. Das ist ein ganz großes Thema in meinem Leben an dem ich ganz besonders arbeite.

185: Worüber grübelst du häufig?

Warum ich mich immer wieder ausgeschlossen fühle und natürlich auch viel über Sorgen mit den Kindern.
186: Wie siehst du die Zukunft?

Voller Liebe - und ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen!


187: Wo bist du deinem Partner zuerst aufgefallen?
Bei unserem gemeinsamen Arbeit…