Direkt zum Hauptbereich

Geschenke, Geschenke. Überall Geschenke!



Morgen ist es schon wieder soweit. Der nächste Geburtstag steht an und mein Mann ist jemand, der sich nur sehr schwer feiern lässt. Da hat er endlich mal Urlaub an seinem Geburtstag und macht für den kompletten Vormittag einen Werkstatttermin aus. Also kein gemütlicher Brunch am Morgen. Und Geschenke? Die kauft er sich am liebsten selbst. Das war schon immer so. Ihn zu überraschen ist mir erst sehr wenige Male gelungen. Wunschlos glücklich nennt er das.... von wegen. Erschwerend kommt für mich noch hinzu, dass Schenken für mich kein leichtes Thema ist. Ausschlaggebend dafür ist ein Erlebnis aus meiner Kindheit. Ich war etwa 9 Jahre alt und habe Pferde über alles geliebt. Zu Weihnachten bekam ich superschöne Pferdebettwäsche, eine dicke Kuscheldecke mit Pferden drauf, ein Was-ist-was-Buch über Pferde und einen großen Webrahmen samt wunderschöner Wolle und irgendwas, was ich ganz bestimmt vergessen habe. Ich war überglücklich, dass ich bekommen habe, was ich mir so sehr gewünscht hatte. Und als ich dann später gemeinsam mit meinen Geschwistern spielen wollte (Kaufmannsladen, Post, etc..), ließ mich keiner mitspielen, weil ich ja nichts zum "Spielen" bekommen hatte. Den restlichen Abend habe ich weinend in meinem Zimmer verbracht. 
Seit dem fällt es mir sooo schwer, mich über Geschenke zu freuen, bzw. meine Freude zum Ausdruck zu bringen, selbst wenn ich mich unendlich freue. Daher sind Geschenke für mich ein recht schwieriges Thema.


Ich bekomme eigentlich gerne Geschenke, aber ich packe sie ungern unter Beobachtung aus. Ich will niemanden verletzen, der sich viele Gedanken gemacht hat, um mir etwas besonderes zu schenken.



Ich wünschte ich könnte einfach einen Hebel umlegen und mich wieder voller Begeisterung freuen. Ich hoffe, dass ich zumindest in diese Richtung an mir arbeiten kann.
Denn freuen kann ich mich wirklich. Über so vieles und es auch zeigen. Nur eben nicht bei Geschenken, die ich bekomme. Es gab sogar Zeiten, da habe ich überlegt zu den Zeugen Jehovas zu konvertieren. Nicht des Glaubens wegen... aber da gibt es weder Geburtstag noch Weihnachten. Früher dachte ich, dass das mein Problem lösen könnte.
Aber ich verschenke selber zu gerne Dinge an andere. Das ist etwas, was mich sehr glücklich macht.


Da ich 6 Kinder habe, gibt es für mich natürlich viele Gelegenheiten zu schenken und das ist an sich wirklich toll. Wenn da nicht mein dunkler Schatten aus der Vergangenheit wäre, der mich besonders in den Nächten vor den großen Tagen quält.
Was wenn die Geschenke nicht so sind, wie die Kinder sie sich wünschen? Ist auf jeden Fall etwas zum "Spielen" dabei? Was zum Fördern? Und und und.

Vor Weihnachten ist es besonders schlimm. Habe ich für alle ungefähr gleich viel? Verursache ich zwischen den Kindern Ungerechtigkeitsgefühle, hat jeder irgendwas zum Spielen dabei etc...



Alle Eltern von mehreren Kindern, die bereits sprechen können, kennen das bestimmt: "Sein Geschenk ist viel größer.... sie hat viel mehr bekommen, als ich .... oder ganz schlimm, ich wollte schon immer das haben, und nun hat sie/er das bekommen."

Gerade mit Kindern lernt man schnell, dass man noch so eine gute Wahl getroffen haben kann und dann doch falsch liegt.
Umso mehr freue ich mich immer, wenn in den Kinderaugen Freude glitzert.



Schwierig ist es allerdings Geschenke zu finden, wenn man so viele Kinder hat, dass man irgendwie schon alles zu Hause hat. 
Ich weiß noch wie ich als Teenager völlig geschockt war, als eine Bekannte erzählte, dass sie ihrem Sohn zum ersten Geburtstag das erste paar Schuhe schenken wird. Heute, als Mutter, halte ich das durchaus für legitim und sinnvoll. 2 Fliegen mit einer Klappe...


Ich bin auch ein Fan von Wunschzetteln. Mittlerweile mit dem Zusatz: "dann können Papa und ich uns davon etwas aussuchen".
Am Anfang hatten die Wunschzettel ein überdimensionales Ausmaß, daher kam dann der Zusatz dazu... Ihr kennt das bestimmt auch. 
Wunschzettel leisten unglaubliches. 1. machen sich die Kinder ernsthafte Gedanken darüber was sie sich wirklich wünschen und 2. habe ich einen tollen Ratgeber am Start. Und das macht mir vieles leichter.


Ein anderes beliebtes Hilfsmittel ist die Wunschbox, die mittlerweile in fast jedem Spielzeuggeschäft zur Verfügung steht (für meinen Mann ist es die Amazonwunschliste). 
Es war für mich vor jedem Kindergeburtstag ein Graus, wenn mich jemand fragte, was sich Kind X denn wünscht. Einfach deswegen, weil ich ja selbst kaum Ideen hatte. Es sei denn eins der Kinder hatte einen so übergroßen Wunsch, dass es ganz offensichtlich war, worüber es sich freuen würde.... so zum Beispiel Hot Wheels oder auch Monster High (urks, aber zum Glück war das ja kein Geschenkwunsch für mich...). Was war ich froh, als mir jemand die Wunschbox vorschlug. Einen Haken hat die Box allerdings. 
Da sich die Kinder ja selbst die Boxen im Geschäft füllen, gehen sie aus irgendeinem Grund davon aus, dass es ganz selbstverständlich sei, dass sie die Dinge dann auch bekommen und sich folglich nicht mehr bedanken (müssen). Daran arbeiten wir noch. 


Obwohl ich kein Fan von Geldgeschenken bin, finde ich sie zunehmend attraktiver. Erstens kann man Geld wirklich kreativ verschenken (Seht ihr bestimmt gerade selbst). 


Zweitens kann man für größere Sachen sparen oder zusammenlegen und man hat nicht lauter Kleinkramgeschenke rumfliegen. Ich weiß nicht wie es euch damit geht, aber die meisten bis 10€ - Geschenke, lösen sich meist zeitnah in ihre Bestandteile auf und liegen dann im Kinderzimmer oder gar im ganzen Haus verstreut herum.


Drittens verflüchtigt sich das Wunschbox-Dankbarkeits-Problem. Irgendwie habe ich bis jetzt noch niemanden erlebt, der sich nicht für ein Geldgeschenk bedankt hätte.


Und viertens ist es von der Besorgung meines Erachtens weniger aufwendig. Denn Ideen lassen sich in kürzester Zeit im Internet abrufen und umsetzen - vorausgesetzt das Internet funktioniert und man ist basteltechnisch nicht völlig talentfrei  - dank idiotensicherer Anleitungen bei YouTube.


Allerdings finde ich Geldgeschenke nicht immer passend und auch erst ab einem bestimmten Alter geeignet. So würden ausschließliche Geldgeschenke an die eigenen Kinder zumindest bei uns sehr schnell Geburtstagsüberraschungen und deren Zauber in Luft auflösen und jegliche weihnachtliche Magie zunichte machen. Ganz zu schweigen, was die Kinder dann wohl vom Weihnachtsmann denken würden...

So jetzt sehe ich schon lauter Geschenke vor meinen Augen umherschwirren. Wie sieht es bei euch mit dem Schenken aus? Irgendwelche tollen Ideen oder Tipps für mich dabei? Dann unbedingt gerne Kommentieren, damit auch andere Leser etwas davon haben 😉

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wenn die Familie doch noch nicht vollständig ist

Kennt ihr das auch, alles fühlt sich gut, rund und passend an? Ja, hin und wieder erlebe ich das auch und dann kommt da dieses komische Gefühl aus irgendeiner tiefgelegenen Ecke, das dir zuflüstert, dass da noch was ist, noch was wartet. Du schiebst das Gefühl beiseite, denn es ist doch wirklich alles gut so wie es ist. Außerdem ist das bestimmt nur die tickende Uhr, die mal wieder der Meinung ist, dass die Zeit abläuft. Man bringt sie immer wieder zum Schweigen, denn eigentlich ist alles schön so wie es ist.
Aber irgendwann wird das Flüstern so laut, dass man es nicht mehr ignorieren kann und man hört mal genauer hin und macht sich Gedanken, wer denn da plötzlich so laut schreit, um sich bemerkbar zu machen. Viele Gespräche und auch Gebete später wissen wir, dass noch jemand zu uns möchte. Und einer mehr? Das werden wir auch noch schaffen. Allerdings kommen trotzdem auch wieder Zweifel. Alles wieder neu anschaffen, gewonnene Freiheiten wieder opfern - will ich das wirklich? Und was …

Ausnahmezustand - Geburt

Mein erstes Mal
Die Geburt meines ersten Babys kann ich kaum erwarten. Ich weiß immer genau wie viele Wochen und Tage ich schwanger bin.  Als der Mutterschutz beginnt, weiß ich kaum was mit mir anzufangen. Das Kinderzimmer ist bereits eine gefühlte Ewigkeit fertig und alles benötigte vorhanden. Also kugele ich auf dem Pezziball herum, trinke Himbeerblättertee, spiele Crashbandicoot Racing oder gucke "Mein Baby". An Akupunktur traue ich mich nicht heran, denn mein Muttermund ist bereits einige cm geöffnet und trotz der immensen Ungeduld möchte ich dem kleinen Wesen in mir die nötige Zeit zur Reifung geben.
Es geht los
Am 20.08.2003 bemerke ich ab etwa 23.15 Uhr regelmäßige Wehen. Die Schmerzen gehen so Richtung Regelschmerz. So um 1.30 Uhr werde ich unruhig und sage meinem Mann, dass es losgeht. Der macht nur "hm", dreht sich rum und schläft weiter. Ich frage ihn, ob ich mir lieber ein Taxi nehmen soll, dann ist er hellwach. wir bereiten alles vor  und machen uns auf d…

1000 Fragen an mich selbst - Teil 10

1000 Fragen an mich selbst #10
181: Würdest du gerne in eine frühere Zeit versetzt werden?

Vielleicht in die Zeit meiner Kindheit, die Kindheit unserer Kinder hat sich gerade durch die Medien und deren Möglichkeiten massiv verändert! Ansonsten habe ich das Gefühl, dass das jetzt genau die richtige Zeit für mich ist! 

182: Wie egozentrisch bist du? Mal so, mal so. Also wenn ich leide oder starke Schmerzen habe dann sehr und sonst eher weniger.  183: Wie entspannst du dich am liebsten?
Mit einer geführten Meditation oder bei einem guten spannenden Buch.

184: Fühlst du dich manchmal ausgeschlossen?

Sogar sehr oft. Das ist ein ganz großes Thema in meinem Leben an dem ich ganz besonders arbeite.

185: Worüber grübelst du häufig?

Warum ich mich immer wieder ausgeschlossen fühle und natürlich auch viel über Sorgen mit den Kindern.
186: Wie siehst du die Zukunft?

Voller Liebe - und ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen!


187: Wo bist du deinem Partner zuerst aufgefallen?
Bei unserem gemeinsamen Arbeit…